17.10.2012

Vorsicht: Asphalt-Klauboys

Auto-Einbrecher haben es in der Regel besonders auf Navigationsgeräte, Autoradios, Mobiltelefone sowie sonstige zurückgelassene Wertsachen wie Handtaschen oder Kleidung mit Scheckkarten, Papieren und Bargeld abgesehen. Oft allerdings auch auf das Auto selbst.
Dabei treibt Autodiebe häufig kein bestimmtes Motiv: Sie stehlen ältere Autos zur unbefugten Benutzung, also aus \"Spaß am Autofahren\". Regelmäßig aber auch, um mit Hilfe des gestohlenen Fahrzeugs weitere Straftaten zu begehen. Hochwertige Fahrzeuge mit elektronischen Wegfahrsperren sind vor allem bei technisch versierten Tätergruppierungen beliebt.
Um eines Fahrzeuges beziehungsweise der Gegenstände in einem Fahrzeug habhaft zu werden, greifen Täter gerne auf folgende \"Arbeitsweisen\" zurück:
 Kfz-Aufbruch mittels Einschlagen von Seitenscheiben, Türstechen, Schlossstechen oder Heraushebeln von Heckklappenschlössern
Kfz-Umfrisierung/Schrottfrisierung
 Vortäuschen eines Kfz-Diebstahls
 Entwendung von Pkw zur Teil-Ausschlachtung
 Herrichten entwendeter Fahrzeuge zu so genannten Doubletten auf Basis legal erworbener Fahrzeuge
Schlüsseltausch bei Besichtigung von Ausstellungsfahrzeugen und Probefahrten
Unterschlagung von Mietfahrzeugen
Schlüsseldiebstahl zum Beispiel auf dem Wege eines Hauseinbruchs, Aufbrechen von Schlüsseltresoren
 Diebstahl von Fahrzeugschlüsseln aus Jackentaschen etc.
 Austausch von diebstahlrelevanter Fahrzeugelektronik
Während für Delikte dieser Art grundsätzlich keine tatkritischen Zeiten feststellbar sind, lassen sich als örtliche Schwerpunkte überwiegend die Ballungsräume ausmachen.
Fakten:
Die Zahl der Diebstähle von Kraftwagen im Jahr 2011 ist, im Vergleich zum Vorjahr, von 42.002 auf 41.057 leicht gesunken (-2,2 Prozent), bewegt sich aber dennoch weiterhin auf hohem Niveau.
Allein 19.318 der im vergangenen Jahr entwendeten Fahrzeuge, das sind rund 47 Prozent, sind auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Insbesondere hochwertige Pkw, SUV-Modelle und Kleintransporter stehen zurzeit im Fokus der Diebe.
Tipps:
► Verhalten bei Verlassen bzw. Abstellen des Fahrzeuges
Sofern Sie keine abgeschlossene Garage besitzen, stellen Sie Ihr Fahrzeug nach Möglichkeit an gut beleuchteten Plätzen ab.
Ziehen Sie immer den Zündschlüssel ab, auch bei kurzer Abwesenheit (zum Beispiel beim Tanken, Zeitungskauf), da nur so die Wegfahrsperre aktiviert wird.
Verschließen Sie auch bei kurzer Abwesenheit Fenster, Türen, Kofferraum und Schiebedach.
Lassen Sie keine Wertsachen im Auto liegen.
Schalten Sie beim Verlassen des Fahrzeugs stets die Alarmanlage ein. Normalerweise wird die Alarmanlage beim Verschließen des Fahrzeuges aktiviert.
Nehmen Sie Ausweise, Fahrzeugpapiere, Schriftstücke mit der Wohnungsanschrift und insbesondere Hausschlüssel immer mit aus dem Fahrzeug.
Bewahren Sie keine Wertsachen im Kofferraum auf.
Gehen Sie sorgfältig mit Ihrem Fahrzeugschlüssel um.

► Mechanische Sicherungen
Eine Lenkradsperre macht das Lenken des Fahrzeuges fast unmöglich. Als deutlich sichtbare Sicherungseinrichtung wirkt sie zudem auf den Täter abschreckend.
Mit der Schaltsperre wird der Schalthebel oder der Automatikwählhebel blockiert. Dadurch ist ein Schalten oder Wählen eines anderen Getriebeganges nicht möglich.
Schließen Sie einfach am Vorderrad einen massiven Stahlbügel an. Besonders geeignet ist diese Schutzvorrichtung für Langzeitparker und Wohnmobilbesitzer.
Spezielle Radsicherungsmuttern oder -bolzen erschweren das Abmontieren der Räder.

► Navigationsgeräte, Autoradios und Mobiltelefone
Navigationsgeräte, Autoradios und Mobiltelefone genießen nicht nur bei Autofahrern eine hohe Popularität. Auch für Diebe sind sie eine heiß begehrte Ware. Wer solch wertvolle Gegenstände sorglos im Auto zurücklässt, wird allzu leicht zum Opfer der Langfinger.
Auf der Rückseite des Anti-Klau-Anhängers der Polizei finden Sie eine Checkliste mit wichtigen Tipps, an die es zu denken gilt, bevor Sie Ihr Auto verlassen. Der Anhänger wird am Rückspiegel angebracht. Von außen signalisiert er einem potenziellen Dieb klar: Hier ist nichts zu holen.
Folgende Tipps helfen, Navis, Autoradios & Co. vor Diebstahl zu schützen:
 Lassen Sie Ihr mobiles Navigationsgerät und Ihr Mobiltelefon nicht im Fahrzeug. Erfahrene Diebe kennen jedes Versteck.
 Nehmen Sie alle abnehmbaren Bedienteile und die Daten-CD des Navis mit.
 Entfernen Sie auch die Halterung des Navis an der Innenscheibe bzw. den Armaturen. Denn Diebe öffnen Autos auch, wenn sie lediglich die Halterung eines Navis von außen sehen.
 Fotografieren Sie das Navigationsgerät.
 Wählen Sie ein Autoradio, das technisch in ausreichendem Maße gegen Diebstahl geschützt ist. Hier empfehlen sich beispielsweise ein Radio mit abnehmbarem Bedienteil, ein Radio mit Codiersystem oder ein Radio mit Sicherungskarte.
 Notieren Sie sich in jedem Fall die individuelle Gerätenummer des Autoradios bzw. des Auto- / Mobiltelefons und des Navigationsgerätes. Wenn das Navi keine individuelle Nummer hat, kennzeichnen Sie das Gerät selbst mit einem individuellen Zeichen.
 Tragen Sie Daten wie die individuelle Nummer, den Hersteller oder Typ des Geräts in den jeweiligen Pass ein. Der Pass ist Teil des Faltblatts „Bremsen Sie Diebe rechtzeitig aus!“.
 Stellen Sie Ihr Fahrzeug möglichst auf bewachten Parkplätzen, in einer Garage oder wenigstens an einer beleuchteten Stelle ab.
 Informieren Sie die Polizei, wenn Personen zu ungewöhnlichen Tageszeiten Fahrzeuge ableuchten.

Erinnerungen eines Gedächtnislosen Monatsplakat Programm Kulturbühne 2017